|
||||||||||||||||||||||||||||||
|
Münchner Kindl spielt als erstes Fußball
Als Kind
war ich eigentlich nur im Freien und absolvierte mit meinen
Freunden so manches Abenteuer. Lange Stunden
wurden täglich auf dem Fußballplatz verbracht und ich agierte auch
im Verein als Mittelfeldspieler.
Ich blieb von schweren Stürzen und Verletzungen verschont,
meine guten Kraftausdauerfähigkeiten stammen aus dieser Zeit. Mehrere Jahre war ich
in der Verbandsmannschaft
des Skigaus München und Angehöriger der Städteskinationalmannschaft.
Mein größter Erfolg war ein 6.Platz bei den internationalen Französischen
Meisterschaften im Abfahrtslauf 1978 in Pra Loup auf der Herren-Weltcupstrecke. Ende 1985 kam ich zurück in die Kampftruppe und die alten Probleme begannen wieder. Als ich ab Herbst 1986 Offizierslehrgänge absolvierte und mich über den Winter absolut profimäßig vorbereitete, erkannte ich meine Stärke im Zeitfahren. Ab 1987 konnte ich große Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene einfahren. Für den Bundestrainer war ich allerdings als 27-Jähriger und reiner Zeitfahrer uninteressant, in Italien wäre ich längst in der nationalen Auswahl für den Straßenvierer gewesen. Ich bekam eine Stelle an der Sportschule der Bundeswehr und konnte einigermaßen regelmäßig trainieren.
Große
Knieprobleme, Operationen und positiver Dopingbefund Die Quittung kam bei den Deutschen Meisterschaften im 50km Einzelzeitfahren im Juli 1987 in Passau. Meine sportliche Leistung als Nobody (ich wurde Deutscher Vizemeister) schlug ein wie eine Bombe, das Ergebnis der Dopingkontrolle allerdings auch: positiv! Ich wußte nicht, wie der zu hohe Testosteron-/Epitestosteron-Quotient, der damals im Gegensatz zur heutigen Zeit gleichbedeutend mit einer exogenen, verbotenen Gabe von anabolen Steroiden gleichgesetzt wurde, zustande gekommen war. Auf der Suche nach einer Erklärung war eine Fachmeinung, daß die mir in der Reha verabreichten anabolen Mittel Langzeitwirkung gehabt und sich im Unterhautfettgewebe abgesetzt hätten. Dann wären sie bei maximaler Anstrengung frei geworden. Andrologen winkten schon damals bei dieser These angesichts des verwendeten Medikaments (wasserlöslich mit kurzer Halbwertszeit, Kontrolle 5 Monate nach Therapie, geringe Dosis, ohne Depotwirkung) ab. 20 Jahre später wurde ich aufgrund meiner genetischen Disposition und vor dem Hintergrund neuer Testmethoden offiziell zum größten Teil rehabilitiert (Gutachten Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Biochemie). Was ich nach dem positiven Dopingbefund erlebte, war eine wichtige Erfahrung für mich: drei Monate Sperre, Titel und Nationalkaderambitionen weg, Häme und Spott im Umfeld, Desinformation und Kesseltreiben via Presse, etc.. Sportliche
Rehabilitation und die erfolgreichsten Jahre in großen Mannschaften 1988-89 waren dann international als Zeitfahrer meine besten Jahre. Ich wurde noch zwei Mal Deutscher Vizemeister, Dritter bei der DM im Straßenvierer, gewann mit Dortmund die Radbundesliga, wurde mit Rolf Aldag 1988 Vize-Europameister im Paarzeitfahren und 1989 mit Olympiasieger Flavio Anastasia Europameister. Daneben standen Erfolge in Profizeitfahren in Frankreich, Schweiz und Italien. Der häufigste Podiumsplatz in meiner Karriere war der zweite, teilweise wurde ich in der Presse schon als "Silberschmied" bezeichnet. Ich erhielt auch Angebote von Profimannschaften. Da ich bei der Bundeswehr gebunden war, meine Schwäche in den Bergen auf internationaler Ebene und die Dopingimmanenz im Radsport offensichtlich waren, lehnte ich ab. Große Knieoperationen, Identitätskrise, geistige
Umorientierung und Ausbildungen
In dieser Zeit absolvierte ich meine Ausbildung zum Heilpraktiker und Sportheilpraktiker, machte ein Studium an der Trainerakademie Köln (Abschluß Diplomtrainer), beschäftigte mich viel mit Philosophie und Sinnfragen des Lebens. Ganz langsam näherte ich mich über Rehatraining, Normalsport und intensivem Hobbysport wieder meinem alten Niveau an. Wenn heute Schmerzen auftreten, handle ich nicht mehr gegen meinen Körper. Ich trainiere dann im Fitness-Studio meinen Oberkörper oder mache einfach etwas ganz anderes. Vom Rehatraining
zurück zum Leistungstraining
Ich nahm meine körperlichen Schwachpunkte an und akzeptierte sie. Früher hatten meine Knie zu funktionieren, andernfalls wurden sie in die Werkstatt (sprich: OP) gebracht. Heute gehören sie zu mir und ich entschuldige mich oft bei ihnen. Sie wiederum danken es mir bis dato mit einer fast vollkommenen Schmerzfreiheit und Belastbarkeit! Meine Ärzte hatte ich auf jeden Fall ad absurdum geführt, so einen wie mich dürfte es nach der herrschenden orthopädischen Lehrmeinung gar nicht geben. Erfahrungen
als Leiter einer Sportgruppe und Kurzeinsatz als Olympiastützpunktleiter
Mitte 1993 gab ich ein sechsmonatiges Intermezzo als Olympiastützpunktleiter München. Breit qualifiziert wie ich war, stürzte ich mich in die Aufgabe und schnell waren die Schwachpunkte erkannt. Ich strebte schnelle Lösungen an und wirbelte gewaltig Staub auf. Als wachsweiche Marionette im deutschen Sportbeamtentum wollte ich nicht herhalten und so trennte man sich wieder. Comeback
1994/1995
Der sportliche Leiter entpuppte sich als Betrüger mit mehrfach geleistetem Offenbarungseid und das Team platzte im Mai 1995 auseinander. Ich war so enttäuscht, daß ich gleich den ganzen Rennsport hinschmiss. Ich war mit den alten Leistungsvorstellungen an mich an die Sache herangegangen, aber das war einfach nicht mehr angesagt, der Spaß am Radsport sollte und soll bis heute an erster Stelle stehen. Positives gab es natürlich auch. Im März 1994 lernte ich im Trainingslager auf Mallorca meine Frau Martina kennen, wir heirateten dann im Herbst 1995 und sind sehr glücklich miteinander! Diplomtrainer
im Fitness-Studio und zweites Comeback 1998
1999 -2001 und ein
erzwungenes Karriereende Ich stellte Kontakte zu Veranstaltern in aller Welt her, organisierte gemischte deutsche Mannschaften und wir fuhren zum Teil hochklassige, bis zu 2000km lange Rennen, wie z.B. Argentinien-Rundfahrt, Istrien- und Kroatien-Rundfahrt, Marokko- und Algerien-Rundfahrt, Vuelta in der Dominikanischen Republik, Bulgarien-Rundfahrt. Einige gute Etappenplazierungen konnte ich zwar erringen, doch meistens war gegen die GS1/2-Profiteams kein Kraut gewachsen! Durch die vielen Etappenrennen waren meine Heimateinsätze von großer Müdigkeit geprägt. Die üblichen hiesigen Rennen hatten zwar für mich nicht mehr den Stellenwert, einige schöne Siege und Podestplätze konnte ich doch noch herausfahren. So gewann ich z.B. 1999 das internationale Rundstreckenrennen im Münchner Olympiapark im Alleingang. Eine äußerst unangenehme, ab Mai 1999 fortwährend andauernde Kontroverse mit meinem damaligen Verein RV Sturmvogel München trieb mich häufig ins Gelände zu den MTB-Rennen. Auch hier konnte ich erfolgreich agieren, obwohl ich vom Rennfahrertypus her aufgrund meines Körpergewichts eigentlich zu schwer bin. Die Freude und die Faszination am MTB-Sport gewann ich jedoch in dieser Zeit. Auf der Straße hatte ich es nicht leicht: jeder Rennfahrer wußte von meinen überdurchschnittlichen Rollerqualitäten und meiner Vorliebe für Solos. Ich wurde gnadenlos markiert, es war sehr hart, die Konkurrenz zu versetzen und wurde jedes Jahr schwieriger. Mit dem neuen Jahrtausend stellte ich als 40-Jähriger mein Training um. Auf der Grundlage der in den vielen Etappenrennen erworbenen Rennhärte trainierte ich kurz, intensiv und viel hinter dem Motorrad. Es gelang so meist an jedem Wochenende eine Plazierung unter den ersten Fünf. Ende 2001 war ich mit absoluter Sicherheit der älteste A-Elitefahrer der Republik, dieses unter Freunden immer im spaßhaften Disput genannte Ziel war also erreicht. Mir war bewußt geworden, wie müde mein Kopf doch war und der Entschluß zum Aufhören reifte immer mehr heran. Ansonsten hätte man mich eines Tages vom Rennrad schießen müssen! Sitzprobleme hatten mich während meiner Karriere immer begleitet, aber 2001 litt ich an einem fisteligen Sitzgeschwür, das auch mit den stärksten Medikamenten kaum in den Griff zu bekommen war. Mein Immunsystem kämpfte schwer gegen diesen Herd, zusammen mit den vielen harten Rundfahrten war ich chronisch erschöpft. Nach der Bulgarien-Rundfahrt im September 2001 war das Geschwür kinderfaustgroß und ich bekam vom Professor der Unihautklink München ein mehrmonatiges Fahrverbot, gleichbedeutend mit meinem Karriereende, das ich mir so nicht vorgestellt hatte. Diagnose Krebs: Der größte Kampf meines Lebens Mir fehlten die Rennen. 2002 trainierte ich soviel wie niemals zuvor, was meine Unausgewogenheit dokumentierte. Dabei hatte ich nach wie vor mit Sitzproblemen zu kämpfen. Im Sommer 2003 war die Sache so schlimm wie nie zuvor und so kam der oben erwähnte Professor erneut zum Zuge. Eine operative Versorgung war unumgänglich und alle Voruntersuchungen wurden durchgeführt. Dabei wurde ein Hodenkrebs diagnostiziert. Am 21.07.03 wurde ich operiert, dabei wurde auch das kinderfaustgroße Sitzgeschwür entfernt. Chemotherapie und Bestrahlung waren nicht notwendig. Die physische Seite war relativ schnell bewältigt, schon im Oktober trainierte ich wieder wie eh und je. Psychisch war die Verletzung viel tiefer und langwieriger. Mit einem Schlag war ich ein anderer geworden. Zeit des Aufbaus Mein Hormonstatus war im unteren Normbereich. Ich machte
alle Symptome eines alten Mannes durch: Depression,
Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Sinnfragen über das Leben, Libidoeinschränkungen............ Drittes Comeback 2005 Mein Plan blieb bis zum ersten Rennen geheim, die allgemeine Überraschung war sprichwörtlich, die Gründlichkeit meiner Winterarbeit allerdings auch. Schon mein drittes Rennen konnte ich Ostern 2005 im Alleingang gewinnen, Anfang Juli war ich nach weiteren fünf TopTen-Plazierungen wieder A-Elitefahrer. Es war wie früher, mit langen Solos konnte ich meine Rollerqualitäten ausspielen. Die erhoffte Zugwirkung war zwiespältig, eine sich schon länger anbahnende Polarisierung der Mannschaft griff nicht zuletzt durch meine Leistungen voll durch. Die finanzielle Situation des TSV Unterhaching machte zusätzlich geförderten Leistungssport unmöglich, ich blieb trotzdem beim Verein. Fast alle meiner Fahrer gingen dem Radrennsport verloren. Größere MTB-Ambitionen 2006 Noch war ich mit meinen Erfolgen als langjähriger Straßenfahrer die zentrale Figur in dieser Mannschaft, doch wollte ich allmählich diese Sonderstellung auf mehrere Schultern verteilen. Im Straßenradrennsport hatte ich alles für mich Mögliche erreicht. Obwohl ich für einen Biker eigentlich zu schwer und auch technisch noch nicht perfekt war, machte mir die neue Disziplin auf Anhieb sehr viel Spaß. Ich sah für mich neue Anforderungen und Ziele, auch die Möglichkeit, sportlich erneut zu wachsen. Das ergab zusammen mit der speziellen Lockerheit der MTB-Szene nochmals die notwendige Motivation. Leider muß ich sagen, daß mir der Abschied vom Straßenradsport angesichts der allgegenwärtigen Dopingproblematik sowie der Unfähigkeit, sich auch auf Landesverbandsebene zeitgemäß zu verändern, sehr leicht fiel. Gleich im ersten Jahr war unser kleines Team sehr erfolgreich!
Semiprofessionelles "Team www.hardi.net" 2007 Unsere Philosophie war revolutionär und aufregend, insbesondere die Dopingproblematik betreffend ("lieber Zehnter werden, als den Sieg stehlen!"). Jeder Fahrer sollte innerhalb seiner genetischen Grenzen, seiner momentanen Form, durchaus ambitioniert, jedoch locker und freudvoll, dabei ohne äußeren Erwartungsdruck unseren schönen Sport betreiben. Somit war jeglicher Manipulation mittels Doping der unheilvolle Nährboden entzogen. Alle hatten sich im Fahrervertrag zu einem öffentlich zugänglichen Eid gegen Doping verpflichtet. Nach einer überaus erfolgreichen Saison mit 22 Siegen, 14 Podestplätzen und 30 TopTen-Plazierungen mußte unser Team schließlich wie so viele für die Dopingsünden der Straßenprofiszene büßen. Es fanden sich aufgrund des selbstverschuldeten Imageproblems des Radsports keine geldgebenden Nachfolgesponsoren mehr und schweren Herzens mußten wir das Team auflösen. Wie schon zeitweise 2006 hatte ich 2007 vermehrt mit gesundheitlichen Problemen und zeitweiligen Leistungsausfällen unbekannter Herkunft zu kämpfen. Trotzdem konnte ich einige Siege und weitere Spitzenplazierungen zu unserem Erfolg beitragen.
Gründung des MTB-Club München - erfolgreiches MCM-Rennteam
2008-2010 Schon unseren Kleinsten wollten wir im koordinativ wichtigsten Alter spielerisch vermittelte Grundlagen mitgeben, welche im Jugendbereich durch Elemente eines sportlichen Trainings ergänzt werden und bei Lust und Eignung den Einstieg in das eigene Rennteam ermöglichen sollten. Quereinsteiger aus dem Freizeitbereich, der die solide Basis unseres Vereins bildete, wollten wir zur Abrundung integrieren. Anfang März 2008 waren alle bürokratischen Hürden gemeistert und der MTB-Club München e.V. nahm seinen sportlichen Betrieb auf. Gleich im ersten Jahr 2008 war unser Rennteam sehr erfolgreich und dies zog sich auch in den Jahren 2009 und 2010 so durch. In den ersten 15 Monaten führte ich den Verein als Vorstand, Sportlicher Leiter, Webmaster, Presse- und Materialwart sowie als Sponsoringbeauftragter, arbeitete ehrenamtlich neben dem Rennsport wie ein Berserker und bald lief es rund. Es wurde alles ein bißchen viel und so zog ich mich nach und nach zurück. Außerdem hatte ich leider die nächste gesundheitliche Prüfung zu bestehen. Herzrhythmusstörungen - die Ursache war
endlich erkannt Das Auftreten der Rhythmusstörungen wurde immer häufiger, dabei ergab sich ein Leistungsverlust von 15-20%. Daneben konnte ich im Anfall nicht schlafen. Rennteilnahmen machten keinen Sinn mehr und so unterzog ich mich im April 2008 einem Herzkatheter mit Ablation gegen das besser therapierbare, aber deutlich gefährlichere Vorhofflattern. Das war dann auch weg, das Flimmern blieb jedoch bestehen. Das ganze Jahr fuhr ich nur im GA-Bereich bis max. Puls 150 und unternahm viele Touren mit der MCM-Freizeittruppe. Die wesentlich aufwendigere Ablation gegen das Vorhofflimmern fand schließlich im September 2008 statt. Drei Monate vorher mußte ich mit der Einnahme von Marcomar beginnen, für den siebenstündigen Eingriff waren vier Leistenkatheter notwendig. Die Chance stand nur bei 50% und ich zog diesmal nicht die Gesäßkarte! Ich konnte und sollte sofort voll trainieren, fuhr sogar mit EGK-Gerät ein Marathonrennen zu Testzwecken mit - alles blieb ruhig, bis zum heutigen Tag. Ich hatte zwar eine Rennsaison verpasst, aber ein schönes Tourenjahr gehabt. Ich war überglücklich über meine Heilung und stürzte mich voller Freude wieder in das Leistungstraining. Am 31.12.08 nahm ich die letzte viertel Tablette Marcomar und betrachtete mich anschließend als vollkommen gesund. Erfolgreiche Jahre 2009 und 2010 im
MTB-Sport Die Vorbereitung auf 2010 war fast unschlagbar. Nachdem ich im Oktober 2009 eine einjährige, unbefriedigende und stressige Tätigkeit als Geschäftsführer eines großen Münchner Breitensportvereins beendet hatte, trainierte ich schon Ende November für zwei Wochen auf der Kanareninsel La Palma. Ende Januar befand ich mich für eine Woche auf Lanzarote und bestritt dort auch erfolgreich zwei Rennen. Ende Februar trainierte ich eine Woche auf Fuerteventura, anschließend bis Ende März auf La Palma und Gran Canaria, jeweils mit einer Rennteilnahme. Die Gesamtserie der "Kanaren-Challenge" konnte ich gleich gewinnen - ein toller Start in die Saison, die ich mit 18 Siegen und 13 Podiumsplazierungen abschloss. Einzig ein durch einen schweren Sturz aufgrund eines Absicherungsfehlers bei einem Rennen erlittener Schlüsselbeinbruch im Juli 2010 trübte die Saison. Ich verpaßte dadurch alle nationalen und internationalen Meisterschaften (BM, DM, EM, WM) in meiner Spezialdisziplin CrossCountry. Schon acht Wochen später gewann ich mein Comeback-Rennen und zog bis Mitte Oktober eine tolle Serie durch. Mit Bergmärschen und -läufen hatte ich mich nach den Vorgaben der Ärzte fit gehalten. Am Saisonende stellte sich dann leider heraus, daß sich eine Pseudoarthrose gebildet hatte, da man die sehr laterale Fraktur mit der konservativen Rucksackverbandmethode "nicht ideal" therapiert hatte. So mußte mir Ende November in einer OP nach Refraktur und Auffrischung der Bruchenden eine spezielle Hakenplatte eingesetzt werden. Die versuchte Knochenresythese war trotz unsicherer Prognose erfolgreich und Mitte Februar 2011 wurde die Metallentfernung durchgeführt. Erst Mitte März war ich wieder voll belastbar, die Vorbereitung auf die neue Saison war suboptimal gelaufen, das wenig Mögliche jedoch maximiert worden und so begann ich das Wettkampfjahr mit einer ordentlichen Form. 2011 werde ich außerdem eine neue sportliche Heimat haben, da nach drei Jahren im MTB-Club München unterschiedliche Meinungen über den Leistungsgedanken im und das disziplinierte, fokussierte Leben für den Wettkampfsport bestehen. Es bleibt spannend!
Ich gehöre zur ausgestorbenen Rasse eines Straßenvierer-Spezialisten, groß, muskulär und schwer, spezialisiert auf hohe Übersetzungen und maximales Dauertempo. Als Straßenfahrer war ich ein offensiver Roller mit einer Vorliebe für Soloattacken, trotz meines Gewichts passabel am Berg - international kam ich bei langen Bergen in Not. Im Sprint funktionierte es auch, besonders aus kleinen Gruppen heraus und wenn etwas mit Kraft zu machen war. Ähnlich als Biker: kurze Rampen und kraftbetonte Streckenteile sind besser für mich als lange, steile Berge. Hochintensives Dauertempo in Zeitfahrermanier ist nach wie vor meine Spezialität. Dazu habe ich mir eine recht passable Fahrtechnik im Gelände angeeignet. Am liebsten fahre ich CrossCountry-Rennen, beim Marathon gehe ich meistens über die Mitteldistanz. Nach einem Leistungstest sollte
ich einmal um neun Kilogramm Muskeln abnehmen, da ich zu schwer für
einen Radfahrer sei. Ich fragte daraufhin, wie ich dann noch
schwere Kniebeugen, Klimmzüge und Bankdrücken machen sollte?
Es wäre mir nicht gut bekommen und ich bin froh um meine
Körperstatur. Sie unterstützt meinen Fahrstil und ist hilfreich bei der Verletzungsprophylaxe. |
||||||||||||||||||||||||||||||