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21.12.2003:
Den ganzen Dezember bis heute konnte man gut auf der Straße
trainieren, pünktlich zu unserem geplanten Skilanglauf-Trainingslager ab
dem 27.12.03 scheint jetzt der Winter zu kommen. Neben dem Radtraining
trainiere ich mit meinem Nachwuchsteam viel im Kraftraum und regelmäßig
in der Halle. Meine Spinningstunden als Instruktor runden das Ganze ab. Ich
fühle mich schon wieder wesentlich besser.
Im November habe
ich 57 h trainiert, davon bereits wieder 21 h auf dem Rad.
24.11.2003:
Am vergangenen WE saß ich seit Juli das erste Mal wieder auf
dem Rennrad. Ich habe mich wie der erste Mensch gefühlt, ziemlich
unsicher und ungewohnt. Ich glaube, das Gefühl wird schnell zurückkommen.
Immerhin konnte ich mit meiner Nachwuchstruppe jeweils 4 Stunden im
GA-Bereich beschwerdefrei abrollen. Das gibt doch Mut!
7.11.2003:
Wieder halte ich mich mit Krafttraining und Laufen über
Wasser. Es nervt.
Gestern wurden mir die Fäden gezogen, jetzt sollte es endgültig
aufwärts gehen. Der Operateur meinte sogar, ich könnte in
2 Wochen wieder anfangen, vorsichtig Rad zu fahren: die 10min auf
dem Spinningrad für den Anfang, kenne ich ja schon zur Genüge.
Mein Hormonstatus ist im unteren Normbereich. Ich mache auf einmal
alle Symptome eines alten Mannes durch: Depression, Antriebslosigkeit,
Müdigkeit, Sinnfragen über das Leben im allgemeinen, Libidoeinschränkungen,
usw.. Ich wünsche das niemanden. Wahrscheinlich komme ich nun
doch an einer Hormonersatztherapie nicht vorbei.
Das ist alles deshalb so schlimm, weil ich bisher das Ticken der biologischen
Uhr kaum verspürt habe. Ich habe mich immer gefühlt wie
ein Endzwanziger, bin Radrennen gefahren bis zu meinem 42. Geburtstag
und habe eigentlich nur aus Vernunftgründen und aufgrund meines
desaströsen Sitzfleischzustandes aufgehört. Es ging mir
eigentlich immer richtig gut und ich fühlte mich stark.
Schon die Tatsache, nicht mehr Rennfahrer zu sein, hat mir enorme
Probleme bereitet, auf einmal hatte ich keine Ziele mehr und musste
mich umorientieren. Ich hatte schon genug damit zu tun, dann kommt
da auch noch ein Tumor vorbei und nicht nur irgendeiner .............
Ich fühle mich auf einen Schlag um so vieles älter.
Der Sport hilft einigermaßen, wie immer. Im Oktober hatte ich
45 Trainingsstunden, davon 26 Radstunden.
25.10.2003:
Das war ja diesmal eine kleine Sache! Nur zwei Tage im
Krankenhaus, zwar Vollnarkose, aber eine kurze Angelegenheit. Die
Sitznaht musste nur auf einer kurzen Strecke geöffnet werden, Kunstei und Sitzteil raus, fertig.
War heute schon wieder im Krafttraining. Aber vorsichtig, beim Teutates.
15.10.2003:
Sportlich geht es
so la la, psychisch holt mich jetzt alles ein. Ich habe es nicht für
möglich gehalten, aber ich habe wirklich Probleme mit meiner
Rolle als Mann und zwar auf einer tiefenpsychologischen Ebene. Was
der Verlust eines so kleinen, unansehnlichen Gewebebällchens
so alles bewirken kann .........
Stichwort Ball: Man bekommt heutzutage auf Wunsch bei einer solchen
OP eine Hodenplastik aus Silikon. Die ist unmöglich, grausam
hart, viel zu groß (wie ein Golfball) und prominent, drückt
schmerzhaft den anderen Hoden und überhaupt. Jetzt werden am
21.10. die Chirurgen wieder zu ihrem Recht kommen: Entfernung der
Plastik und der restlichen Narbenstruktur aus meinem Sitzfleisch.
Auf ein Neues .......
10.10.2003:
die Saison des TSV-Rennteams aus der Sicht des Trainers (weiter)